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Nachbericht der Landeskonferenz 2026: Hin zum Wir!
Am vergangenen Samstag und Sonntag kamen rund 200 Jusos aus 54 Unterbezirken und Kreisverbänden in der Stadthalle Köln-Mülheim zur 25. Landeskonferenz der NRW Jusos zusammen. Auf der Tagesordnung standen die Wahl eines neuen Landesvorstands, wichtige inhaltliche Debatten und die Frage, wie wir die Zukunft unseres Bundeslandes gestalten wollen – insbesondere mit Blick auf die Landtagswahl 2027. Auch wir aus Heiden und Bocholt waren für den Kreis Borken mit dabei!

Aus dem Herzen des Münsterlandes nach Köln!

Für die Jusos aus dem Kreis Borken machten sich Lutz Katzmarski aus Heiden und Luisa Terörde aus Bocholt auf den Weg nach Köln. Und dank der herzlichen Gastfreundschaft unserer Genoss*innen aus Münster ließ sich eine Landeskonferenz mit langen Debatten und kurzen Nächten gleich noch besser aushalten.
Vier Jahre Nina Gaedike: Ein Verband, der sich wie Zuhause anfühlt
Nach vier Jahren an der Spitze der NRW Jusos hatte Nina Gaedike aus Münster bereits vor einigen Monaten mit einem bewegenden Video auf Instagram angekündigt, nicht erneut für den Landesvorsitz zu kandidieren. In dieser Zeit hat sie gemeinsam mit zwei Landesvorständen unseren Verband zusammengeführt, modernisiert und nachhaltig gestärkt. Sie hat die NRW Jusos geprägt wie kaum jemand zuvor und mit dafür gesorgt, dass aus einem politischen Jugendverband ein Ort geworden ist, an dem sich Menschen willkommen fühlen und zuhause sein können.

Ihr Abschied war deshalb nicht einfach nur das Ende einer Amtszeit. Er markierte auch den Beginn eines neuen Kapitels. Eine Debatte konnte Nina allerdings bis zuletzt nicht abschließend klären: Welche Stadt ist eigentlich die schönste am Rhein?
Lutz Katzmarski
Nina ist mein politisches Vorbild.
Herzlichen Glückwunsch, Michelle!
Jedes Ende bringt auch die Chance auf einen Neuanfang. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass sich mit Michelle Gnatzy eine Genossin aus unserem eng befreundeten Unterbezirk Dortmund um den Landesvorsitz beworben hat. Als bisheriges betreuendes Mitglied des Landesvorstands kennt sie unseren Verband und seine Herausforderungen bereits bestens.

Mit großer Mehrheit wurde die 20-Jährige zur neuen Landesvorsitzenden gewählt. Damit ist Michelle die jüngste Landesvorsitzende in der Geschichte der NRW Jusos. Sie tritt in große Fußstapfen – doch wir sind überzeugt, dass sie diese nicht nur ausfüllen, sondern auch eigene Spuren hinterlassen wird.
In ihrer Vorstellung machte Michelle deutlich, worauf es in den kommenden Jahren ankommen soll: auf eine Politik der Umverteilung, auf echte Chancen für junge Menschen und auf ein gesellschaftliches Miteinander, das niemanden zurücklässt.
Viel zu lange hat die Politik sich zurückgelehnt und aus Deutschland eine Erben-Republik gemacht. Ich sage: Der Wohlstand muss zurück zu den Menschen, die ihn erarbeitet haben. Die Sozialdemokratie muss wieder ihrer Pflicht gerecht werden, die absurde Vermögensungleichheit in der Gesellschaft radikal abzubauen.
Michelle Gnatzy (20), neue Landesvorsitzende, in ihrer Kandidaturrede.
Hin zum Wir!
Der Blick richtet sich bereits auf die Landtagswahl 2027. „Hin zum Wir“ lautet der Slogan des Jugendwahlprogramms, das mit unserem Spitzenkandidaten Jochen Ott diskutiert wurde, und des kommenden Landtagswahlkampfs der NRW Jusos.
Dahinter steckt ein klarer Anspruch: Wir wollen ein Nordrhein-Westfalen, in dem junge Menschen nicht nur irgendwie durchkommen, sondern ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten können.
Mit konkreten Ideen wie einem Vereinsgutschein wollen wir Einsamkeit unter jungen Menschen bekämpfen und Begegnungen ermöglichen. Gleichzeitig müssen junge Menschen auch in Zeiten künstlicher Intelligenz gute berufliche Perspektiven haben und ihre Träume verwirklichen können. Denn Zukunftsoptimismus bleibt ein leeres Versprechen, wenn am Ende des Monats nach Miete, Mobilität und Lebensmitteln kaum noch etwas übrig ist.
Wie passend, dass auch unser SPD-Spitzenkandidat Jochen Ott bei der Landeskonferenz vorbeischaute. Mit seinem Vorstoß, ein AfD-Verbotsverfahren in Nordrhein-Westfalen auf den Weg zu bringen, stieß er auf große Begeisterung im Jugendverband. Zugleich kritisierte er die Landesregierung scharf dafür, an den Bedürfnissen junger Menschen vorbeizuregieren und ausgerechnet dort zu kürzen, wo Unterstützung dringend gebraucht wird.
Für uns ist klar: Wer über die Zukunft Nordrhein-Westfalens spricht, muss junge Menschen endlich ernst nehmen – und ihnen die Möglichkeit geben, diese Zukunft mitzugestalten.

Nichts bleibt ohne Konter!
Auch das Münsterland war auf der Landeskonferenz gut vertreten. Gemeinsam mit unseren Genoss*innen aus Münster beteiligten wir uns an den Debatten und brachten unsere Perspektiven aus dem ländlichen Raum ein. Unser Mitglied Lutz Katzmarski meldete sich dabei mehrfach zu Wort: mit persönlichen und wertschätzenden Worten zum Abschied des bisherigen Landesvorstands ebenso wie mit deutlicher Kritik an Hendrik Wüst und der schwarz-grünen Landesregierung.

Ein Gespenst geht um in NRW. Es ist das Gespenst der schwarz-grünen Landesregierung. Das ist nicht der Titel einer EXPRESS- oder Stadt. Land. Links.-Headline, sondern die Realität. Und dieses Gespenst begegnet uns nicht im Landtag. Es begegnet uns morgens an der Bushaltestelle.
Lutz Katzmarski
Weil es die Verbindung eben garnicht erst gibt! Das Problem ist nicht, dass junge Menschen keine Träume haben.
Das Problem ist, dass NRW ihnen zu oft die Tür vor der Nase zuschlägt. (…)
Lass uns daher NRW nicht aufgeben und Jochen Ott zum Ministerpräsidenten kämpfen!
Hendrick Wüst du halbes Hemd, Ikkimel4President!
Wir lassen uns unseren Sozialstaat nicht weg kürzen!
Dass wir Jusos uns gegen eine Politik stellen, die den Sozialstaat kaputtspart, ist nichts Neues. Doch die aktuellen Debatten über Kürzungen und Veränderungen in der Gesundheitsversorgung zeigen einmal mehr, wie dringend es eine starke sozialdemokratische Stimme braucht. Wenn Leistungen eingeschränkt werden, auf die Millionen Menschen täglich angewiesen sind, geht es nicht um abstrakte Haushaltszahlen. Es geht um ihre Lebensrealität, ihre Sicherheit und ihre Würde.
Die Antwort darauf kann für uns nur lauten: Sozialstaat stärken statt abbauen!

Rein die Anträge an Tag 2!
Nach einer kurzen Nacht – für manche war die Partynacht wohl etwas länger als für andere – startete der zweite Konferenztag mit unserem Antrag zur Erhaltung des Bundesförderprogramms „Demokratie leben!“.
Für uns brachte Lutz Katzmarski den Antrag ein. Gemeinsam mit Lisa Fullert sowie den Jusos aus Mönchengladbach, Köln, Bonn, Rhein-Sieg und Rhein-Erft konnten wir ihn durch wertvolle Änderungsanträge weiterentwickeln. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für die konstruktive Zusammenarbeit!
Doch worum geht es eigentlich?
„Demokratie leben!“ ist ein Bundesförderprogramm mit einem Fördervolumen von rund 191 Millionen Euro, das Projekte und Organisationen unterstützt, die sich für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Zusammenleben einsetzen. Dazu gehören beispielsweise Projekte in der Kinder- und Jugendarbeit, queere und antirassistische Jugendtreffs sowie feministische Initiativen und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen. Gerade in Zeiten eines zunehmenden Rechtsrucks sind solche Strukturen unverzichtbar. Sie schaffen Räume für Begegnung, stärken demokratisches Engagement und bieten Menschen Unterstützung, die von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind.
Umso unverständlicher ist es, wenn ausgerechnet an diesen Stellen gekürzt werden soll. Wer Demokratie schützen will, darf diejenigen nicht alleinlassen, die sie jeden Tag vor Ort mit Leben füllen. Unser Antrag wurde einstimmig angenommen und ist damit nun offizielle Beschlusslage der NRW Jusos. Für uns ist das ein wichtiges Signal: Demokratisches Engagement braucht verlässliche Unterstützung – nicht weniger, sondern mehr.

Denn „Demokratie leben!“ ist kein Luxusprogramm. Es ist Infrastruktur. Und Infrastruktur merkt man halt meistens erst dann, wenn sie nicht mehr da ist. Wenn die wegbricht, entsteht kein Vakuum. Dieses Vakuum wird gefüllt.
Lutz Katzmarski, aus Heiden, für die Jusos im Kreis Borken
Von denen, die Desinformation verbreiten. Von denen, die gegen Minderheiten hetzen. Von denen, die jungen Menschen erzählen, Demokratie sei das Problem. Und währenddessen erleben wir, wie rechte Parteien bei Wahlen stärker werden und rechtsextreme Straftaten zunehmen. Da können wir doch nicht ernsthaft sagen: Dann sparen wir ausgerechnet bei der demokratischen Zivilgesellschaft.
Hoch die internationale Solidarität
Und natürlich durfte am Ende einer Landeskonferenz auch die Internationale nicht fehlen. Gemeinsam haben wir deutlich gemacht, wofür die Jusos stehen: für Solidarität, Frieden, Freiheit und eine Welt, in der Menschen unabhängig von ihrer Herkunft in Würde leben können.
Ob hier in Köln, bei uns im Kreis Borken oder irgendwo anders auf der Welt: Wenn Menschen unter Krieg, Leid, Unterdrückung oder Repression leiden, dürfen wir nicht wegsehen.
Die 25. Landeskonferenz hat uns gezeigt, wie viel wir gemeinsam bewegen können – wenn wir Verantwortung übernehmen, kontrovers diskutieren und füreinander einstehen. Mit einem neuen Landesvorstand, klaren inhaltlichen Beschlüssen und dem Blick auf die Landtagswahl 2027 gehen wir die nächsten Schritte.
Von Köln zurück in den Kreis Borken nehmen wir viele neue Impulse, spannende Begegnungen und vor allem eine klare Botschaft mit:


Danke, Köln. Auf ein nächstes Mal!
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